Tips zum Anbau von Gewürzkräutern


!!!Besuchen Sie auch dazu unseren Kräutergarten im Kloster von Bernburg!!!
Dieser  wurde innerhalb unseres Projektes von den Studentinnen Michaela Kahle und Sabine Stein nach den verschiedensten Krankheitsbildern gegliedert.



Anbau von Kräutern

Kräuter sind wenig anspruchsvoll – in bezug auf Bodenqualität – und daher ist es sehr leicht Kräuterbeete anzulegen. Die Pflanzen besitzen einen dekoratives Blattwerk und duften angenehm. Die nicht Winterharten werden als einjährige Pflanzen kultiviert. Wichtiger als ihr Zierwert sind die geschmacklichen Vorzüge von Kräutern. Ihr Wert als Würzmittel ist heutzutage, wo Nahrungsmittel nahezu ohne Geschmack in Plastikfolie eingeschweißt geliefert werden, besonders groß. Bestimmte Kräuter sind beinahe klassischer Bestandteil bestimmter Speisen in allen Teilen der Welt, z.B. Rosmarin in der Provence, Oregano in Italien, Majoran in Griechenland und Kümmel in Persien. Die meisten Küchenkräuter lieben einen offenen, sonnigen Standort mit mäßig gutem, neutralen Boden. 
 

Der Kräutergarten

Die Schönheit eines Kräutergartens besteht in der Fülle von bienenumsummten Pflanzen an einem heißen Sommertag. Daher kann man seinen Kräutergarten nach den gleichen Richtlinien planen, wie andere Pflanzenbereiche. Zunächst muß man feststellen, welche Kräuter sommergrün und welche immergrün sind. Dann berücksichtigt man ihre Endhöhe, Laubfarbe und Wuchsform. Besonders kreativ angelegte Beete können hübsche Akzente in einem Kräutergarten setzen. Beispielsweise kann man Beete in unterschiedlicher Höhe anlegen, damit wird zugleich auch mehr Dreidimensionalität in die Anlage mit den vorwiegend niedrigwachsenden Pflanzen gebracht. 
Ein geschickt plazierter Pflanzkübel ist ein weiterer einfacher aber wirkungsvoller Blickfang, der ebenso gut durch eine Skulptur ersetzt werden könnte. In einem solchen Garten braucht man natürlich auch befestigte Wege zu den Kräutern, denn sie müssen geschnitten, geteilt und regelmäßig abgeerntet werden. Die Wegränder können auch mit aromatischem Thymian oder mit duftender Kamille gesäumt werden. Niedrige Buchsbaumhecken eignen sich auch als grüne Grenze des Reiches der Kräuter zum restlichen Garten, denn so waren die Kräutergärten in alten Kloster– und Schloßanlagen gestaltet. Eine Alternative, wenn zu wenig Platz für einen Kräutergarten ist, bietet eine Rabatte aus Kräutern, bei der man Zugang auf der ganzen Länge hat. 
 

Kräuter fürs Gewächshaus

Im Herbst ausgegrabene Petersilienpflanzen treiben im Gewächshaus in Töpfen oder im Beet ausgepflanzt den Winter über neue Blätter. Auch Schnittlauch kann man im Spätherbst ausgraben, dem Frost aussetzen und dann in Kisten oder Beeten antreiben lassen. Nach zwei- bis dreimaligem Schnitt sind die Ballen nicht wertlos, man kann sie teilen und wieder auspflanzen. 

Der anisartig schmeckende Kerbel, der süßwürzige Dill und der herbe Koriander werden ganzjährig in Sätzen und dünn verteilt in Reihen von 15–20cm Abstand ausgesät. Ernten kann man schon nach 6–8 Wochen. 

Rosmarin muß frostfrei überwintert werden – man pflückt die Blattspitzen, ebenso bei Thymian und Salbei. 
 

Tips für Kräuter auf der Fensterbank

Nicht jedes Fenster ist als Standort gleich gut geeignet. Tagsüber brauchen Kräuter vor allem Licht und Wärme, nachts eignen sich am besten Südfenster, aber auch in Ost- und Westlage gedeihen sie gut. Fällt die Sonne am West- oder Südfenster zu stark ein, so sollte man in den Mittagsstunden für Schatten sorgen. 
Problematisch sind die Lichtverhältnisse im Winter, da ausdauernde Pflanzen normalerweise eine Ruhepause einlegen. Bei guter Beleuchtung (notfalls Spezialleuchte) bringen die Pflanzen eine ganze Zeit noch Triebe hervor. Trockene Heizungsluft sollte gemieden werden durch häufiges Bestäuben der Pflanze mit entkalktem, weichem Wasser. 
Auf eine eigene Anzucht aus Samen sollte man verzichten. Besser ist es, gesunde und buschige Jungpflanzen im Frühjahr zu kaufen! 
Die Pflanzgefäße können mit der Zeit einen weißlichen Belag erhalten, dieser kann mit Hilfe von Essigwasser abgebürstet werden. In Übertöpfen sollte sich kein überschüssiges Wasser ansammeln. 
Es ist günstig in den frühen Morgenstunden zu gießen, hierzu sollte man abgestandenes, entkalktes Wasser verwenden (wenig Wasser brauchen Rosmarin, Thymian, Salbei, Ysop, Oregano und Lavendel; viel Wasser benötigen Zitronenmelisse, Schnittlauch, Petersilie und Estragon). 
Gehen sie mit Dünger sparsam um und behandeln sie Küchenkräuter nicht mit Giftstoffen z.B. beim Befall mit der Weißen Fliege (Temperatur senken, Gelbsticker in Topf stecken, hilft Maßnahme nicht, Pflanze wegwerfen)! 
Wer viel Platz hat, kann seine Kräuter in einen separaten Topf pflanzen, wobei auch Pflanzengruppen dekorativ wirken. 
Nach einiger Zeit müssen sie stark wachsende Arten, z.B. Liebstöckel, Salbei und Melisse, in größere Gefäße umpflanzen. 
 

Tips für Kräuter auf dem Balkon

Die erste Frage gilt der Himmelsrichtung. Viele Kräuter wollen einen sonnigen Platz, wenigstens ein paar Stunden pro Tag. 
Gerade durch Sonne und Wärme entwickeln die meisten Kräuter ihr intensives Aroma. Bei starker Sonneneinstrahlung, vor allem um die Mittagszeit, müssen die gesamten Kräuter stärker gewässert werden. In langen heißen und trockenen Perioden mehrmals am Tag gießen, und zwar morgens und abends, keinesfalls während der Mittagshitze! 
Ein weiterer Faktor, der dringend berücksichtigt werden muß, ist der Wind. Ein freier Westbalkon kann eine ausgesprochen zugige, wenn nicht stürmische Angelegenheit sein. Hier ist es oft nicht möglich, Kästen nach außen zu hängen, weil die Pflanzen den starken Wind nicht vertragen. 
Es ist ratsam geschützte Ecken zu nutzen, indem man Töpfe u.a. Gefäße auf verschieden hohe Unterlagen, Bretter, Kisten, ausgediente Regale stellt. 
Von großer Wichtigkeit ist jedoch, daß alle Gefäße, die ins Freie gehängt oder gestellt werden, sich nicht in Richtung einer verkehrsreichen Straße befinden. Kräuter, die hier gezogen werden, sind nicht nur zum Anschauen bestimmt, sondern primär zum Essen. Sie sollen nicht nur dem Geschmack, sondern auch unserer Gesundheit dienen. Daher wäre eine Aufzucht von Kräutern sinnlos, wenn diese befrachtet mit Giftstoffen aller Art, dem menschlichen Organismus nicht mehr zur Verfügung stehen können. 
Damit der Balkon optimal gestaltet ist, sollten die Kräuter mit bunten Sommerblumen im Gefäß gemischt werden. Einjährige Kräuter wie Basilikum, Fenchel, Kerbel, Majoran, Petersilie sind nicht so empfindlich in bezug auf ihren Standort (gedeihen gut in Bioerde), während dessen aber mehrjährige Kräuter meist wählerisch sind. Für ein gutes Wachstum der Kräuter sollte die Blumenerde mit etwa einem Viertel Sand gemischt werden. Desweiteren ist zu beachten, daß manche Kräuter z.B. Liebstöckel (wird sehr groß) und Rosmarin (sollte nicht im freien Überwintern) einen eigenen Topf bekommen. Andere Kräuter hingegen können milde Winter, gut verpackt, im Freien überstehen. 
Jungpflanzen, die für das Freiland bestimmt sind, sollten im Frühjahr angepflanzt werden. Man muß darauf achteten, daß nicht zu viele Pflanzen in einen Kasten gesetzt werden. Die Kräuter benötigen nun mehr Aufmerksamkeit (regelmäßig gießen, so daß die Erde nie austrocknet; nur sparsam Düngen). 
Es sollten nur soviel Kräuter geerntet werden, wie man benötigt. 
Gegen Ende der Saison kann man einen größeren Teil der Pflanzen abschneiden, zu Sträußen zusammen binden und zum Trocknen an einem luftigen und trockenen Ort aufhängen oder eine andere Konservierungsart vornehmen.


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