Agnes Freifrau von Loen

*)1744, †)1799; Schwester des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt - Dessau




Albert Prinz von Anhalt ­ Dessau

*)1748, †)1811; Bruder des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt ­ Dessau, im Volksmund auch der "Kühnsche Prinz" genannt




Albrecht I. der Bär

*) um 1100, †)18.11.1170 in Stendal; Markgraf; einziger Sohn Graf Ottos von Ballenstedt (Askanien); folgte 1123 seinem Vater und erbte einen großen Teil des Billunger Besitzes; seit 1134 Markgraf der Nordmark (Altmark) machte er Eroberungen im Havelland und der Prignitz; rief unter Gewährung günstiger Siedlerrechte Rheinländer, Holländer und Flamen ins Land, deren Nachkommen u. a. Berlin gründeten; christianisierte die slawischen Gebiete (wobei er nach Unterwerfung der Slawen in der Region des heutigen Wörlitz die St. Petri Kirche errichten ließ) und gründete die durch den Slawenaufstand von 983 verwüsteten Bistümer Havelland und Brandenburg neu; sein Beiname "Der Bär" soll ihn Heinrich dem Löwen gleichstellen, mit dem er oft in Fehde lag und dem er in der Bedeutung bei der dt. Ostsiedelung gleichkommt




Albrecht II. Fürst von Anhalt

*) ?, †)1362; Sohn von Albrecht I. ( ? - 1316) und Vater von Johann I. ( ? - 1382); Regent von 1316 - 1362, direkter Nachfahre Heinrich I. (1170 - 1251)




Alexander von Humboldt Alexander von Humboldt

*) 14.9.1769 Berlin, †) 6.5.1859 Berlin; dt. Naturforscher; Bruder von Wilhelm von Humboldt ( *)Potsdam 22.6. 1767, †)Tegel (=)Berlin)); führte 1799 ­ 1804 zusammen mit dem französischen Botaniker A. Bonpland in Lateinamerika genaue Ortsbestimmungen und Höhenmessungen durch und maß die Temperaturen des später nach Ihm benannten Humboldtstroms; wertete Resultate seiner Reisen in Paris mit Wissenschaftlern aus aller Welt aus; leistete durch weitere Forschungsreisen nach Rußland (Ural­Altai­Gebiet) und Auswertung der Ergebnisse wesentliche Beiträge zur Meeres­, Wetter­, Klima­ und Landschaftskunde; ihn verbanden Freundschaften u. a. mit Goethe, Carl August von Sachsen­Weimar, Luise und Franz von Anhalt­Dessau und vielen weiteren bedeutenden Personen seiner Zeit




Andrea Palladio

*)1508, †)1580; italienischer Architekt und Architekturkritiker; erstrebte eine Erneuerung der antiken römischen Bauweise durch ausgewogene Proportionen, Klarheit und Größe; Stil wurde als Palladianismus oder Palladian bekannt; sein Stil beeinflußte den Klassizismus nach 1600 in England, Frankreich, Holland, und wirkte vorbereitend für den Klassizismus um 1800 in Deutschland




Anna Luise Füse

*) ?, †)?; Gattin des Fürsten Leopold I. von Anhalt ­ Dessau




Anna Wilhelmine von Anhalt ­ Dessau

*)1715, †)1780; Prinzessin; Lieblingstochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt­Dessau; er erwarb 1742 inmitten des nur wenige Kilometer von Dessau entfernten Dorfes Mosigkau ein Gut samt Ländereien, überließ es später seiner Tochter Anna Wilhelmine, welche das Schloß und den Park nach Entwürfen des Architekten Christian Friedrich Damm anlegen ließ eine direkte Beteiligung des preußischen Architekten Georg Wenzeslaus Knobelsdorff ist zwar bislang nicht nachgewiesen, doch offensichtlich stark zu vermuten; später begründete Anna Wilhelmine in ihrem Schloß in Mosigkau einen Stift für unverheiratete Damen




August II. der Starke

*)1670, †)1733; König von Polen und als Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen; stellte nach dem Tod des polnischen Königs Johann Sobieski 1696 Ansprüche auf den polnischen Thron; um seine Chancen auf den Thron zu verbessern, konvertierte er zum Katholizismus, zum Ärger seiner sächsischen Untertanen und seiner Frau, die ihn daraufhin verließ; 1697 zum König von Polen gewählt; eiferte in Politik und Hofhaltung seinem absolutistischen Vorbild Ludwig XIV. von Frankreich nach; mit Ausbau seiner Residenzen in Dresden und Warschau im Stil von Ludwigs Schloss Versailles demonstrierte er seine Macht, erschöpfte zugleich aber auch die sächsischen Finanzen; lebte verschwenderisch und ausschweifend, hatte zahlreiche Mätressen und soll 300 Kinder gezeugt haben




August von Rode

*) 22.12.1751 in Dessau, †) 16.6.183 in Dessau; Vater Johann August Rode, Mutter Sophie Leonore Söldner; Jura­Studium in Halle und Leipzig; Fürst Franz berief ihn gleich nach Beendigung seines Studiums (zwanzigjährig) als Hofmeister an seinen Hof, dort wirkte er als Erzieher und Begleiter des unehelich geborenen Sohns des Fürsten, Franz Johann Georg Graf von Waldersee; 1825); Erzieher des Erbprinz en Friedrich von Anhalt­Dessau; 1803 geadelt; Übersetzer antiker (römischer) Autoren; veröffentlichte unmittelbar nach dem Tod seines Freundes Erdmannsdorff dessen Biographie; Karriere als Cabinetts­ und Geheimer Rath, Geheimer Rath und Wirklich Geheimer Rath; 1818 folgt die für die Wörlitzer Anlagen detaillierte und wissenschaftliche fundierte Publikation über "Das Gothische Haus zu Wörlitz, nebst anderen Ergänzungen der Beschreibung des Herzoglichen Landhauses und Gartens zu Wörlitz"; beigesetzt auf dem neuen Begräbnisplatz in Dessau




bauhaus

Hochschule mit Werkstätten für gestaltendes Handwerk, Architektur und bildende Künste, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der modernen Architektur und des modernen Industriedesigns ausübte. Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius durch Zusammenschluss der Hochschule für Bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule Henry van de Veldes (1863-1957) in Weimar gegründet. Ursprünglich stützte sich die Hochschule auf die gesellschaftsrevolutionären Ideen von William Morris und auf Positionen des Arts and Crafts Movement, die eine neue Verbindung zwischen Kunst und Kunsthandwerk anstrebten. Diese Position bekräftigte Gropius in einem zeitgleich zur Bauhaus-Gründung veröffentlichten emphatischen Manifest, das eine Zusammenfassung der bildenden Künste unter Vorherrschaft der Architektur sowie „den neuen Bau der Zukunft" einforderte. Außerdem propagierte Gropius die Einheit von ästhetisch ansprechender Form und Funktion, womit er den wichtigsten Grundsatz des Bauhauses formulierte.
1925 wurde das Bauhaus als Hochschule für Gestaltung nach Dessau verlegt. Walter Gropius entwarf die schlicht-funktionalen Gebäude (Werkstätten, Lehr- und Wohngebäude) aus Glas- und Betonelementen. In Dessau gewann ein puristischer Funktionalismus immer stärkere Bedeutung, vor allem, als Hannes Meyer (1889-1954) Gropius 1928 als Direktor ablöste.

Bauhaus in Dessau



Carl August von Sachsen­Weimar­Eisenach

*)3. September 1757 in Weimar, †)14. Juni 1828 in Graditz bei Torgau; Herzog (seit 1758) bzw. Großherzog (seit 1815) von Sachsen-Weimar-Eisenach; bis 1775 unter der Regentschaft seiner Mutter und wurde von u. a. Wieland erzogen; schloss 1774 Bekanntschaft mit Goethe, der maßgeblich dazu beitrug, dass das Fürstentum, vor allem die Städte Jena und Weimar, zum Zentrum der kulturellen Entwicklung in Deutschland wurde; berief die Größen des deutschen Geisteslebens – neben Goethe u. a. Herder und Schiller – nach Weimar und agierte als aufgeklärter absolutistischer Fürst, der sich der gesellschaftlichen Entwicklung nicht verschloss; erließ 1816 eine Verfassung, gestattete der Universität Jena die Lehrfreiheit und gab den Burschenschaften, die er 1817 das Wartburgfest abhalten ließ, Spielraum zur Entfaltung; weilte oft mit seinem Freund und Geheimen Rat J. W. von Goethe in Wörlitz und stiftete (wahrscheinlich) bei einem seiner Aufenthalte das Piemonteser oder auch Italienische Bauernhaus für die Wörlitzer Anlagen




Carl Gottfried Neuendorf

erhielt 1785 von Fürst Franz den Auftrag zu einer Schulreform; seine Hauptschule führte zur Universitätsreife, war für jeden zugänglich und für finanziell schwache sogar unentgeltlich; stand als staatliche Einrichtung nicht unter kirchlichem Einfluß; wurde als Nachfolger Joachim Heinich Campes Direktor des Philanthropin




Carlo Ignazio Pozzi

*)1766, †)1842; italienischer Architekt; errichtete von 1812 bis 1818 in klassizistischer Form die Orangerie in Oranienbaum (Orangenzucht hat lange Tradition in Oranienbaum als Symbol der Oranier)




Caroline von Hill

*)?, †)?; Gattin des Fürsten Johann Georg von Anhalt ­ Dessau (Hans Jürge




Charles ­ Louis Clérisseau

*)1722, †)1820; Maler und Architekt; von August Rode als den "eigentlichen Einführer des Herrn von Erdmannsdorff in die antike Baukunst" bezeichnet; undemagogischer Praktiker; sein Porträt befindet sich in der Bibliothek in Wörlitz (Schloß)




Chistian Friedrich Damm

*)1721, †)1758; Architekt; maßgeblich für die Entwürfe von Mosigkau verantwortlich als fürstlicher Baudirektor der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt­Dessau; unterstützt bei seinen Planungen (wenn auch nicht eindeutig nachgewiesen) durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff




Christian Fürchtegott Gellert

*)1715, †)1769; Aufklärer, lehrte in Leipzig




Chistian Gebhard Nordmann

*)1755, †)1822, Landwirt; Pächter der Domäne Pötnitz/Mildensee; kreuzte Schafe aus Spanien mit einheimischen Arten und erhielt für diese Höchstpreise beim Verkauf; hielt in Spitzenzeiten bis zu 4.000 Schafe (baute eigens für sie Ställe mit gewölbtem Bohlendach, ein Stall davon steht heute noch in Pötnitz); er züchtete außerdem westfriesische Rinder, den berühmten Pötnitzer Weizen; verwendete bei der Stallfütterung von Schweinen Rückstände aus Brauereien und Brennereien; düngte Felder mit Teichschlamm, Asche und Kalk




Christian Hinrich Wolke Chistian Hinrich Wolke

*)1741, †)1825; Pädagoge; Nachfolger J. H. Campes als Direktor des Philanthropins




Chistoph Martin Wieland

*)5.9.1733 in Oberholzheim (= Achstetten bei Biberach), †)20.1.1813 in Weimar; dt. Schriftsteller, lebte ab 1772 in Weimar (bis 1775 als Prinzenerzieher); Herausgeber des "Neuen Teutschen Merkur" (1773 ­ 96) Autoren: Kant, Herder, Goethe, Schiller, Novalis, A.W. und F. Schlegel; an der Auseinandersetzung um die Entwicklung einer modernen dt. Literatur beteiligt; Entwicklungsroman: "Geschichte des Agathon"; übersetzte Shakespeare sowie Horaz, Lukain und Xenophon; "Com. Erzählungen", "Muscarion", "Die Abderiten", "Oberon"




Clemens von Brentano

*)9. September 1778 in Ehrenbreitstein (heute ein Stadtteil von Koblenz), †)28. Juli 1842 in Aschaffenburg; Schriftsteller; gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der jüngeren deutschen Romantik; Bruder von Bettina von Arnim; Mutter Maximiliane Brentano (1756-1793), deren unglückliche Ehe mit Pietro Antonio Brentano Niederschlag in Goethes Werther fand; zunächst als Kaufmann tätig, studierte ab 1797 in Halle und Jena, kam mit Kreis der Frühromantiker in Verbindung; Gedichte, Prosawerke und Bühnenstücke Brentanos zeichnen sich in ihren Methaphern und Formulierungen durch großen Phantasiereichtum aus; zusammen mit Schwager Achim von Arnim gab Brentano unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder (3 Bde., 1805-1808) eine Sammlung deutscher Volksdichtungen heraus, der Gustav Mahler Texte für einen Liederzyklus entnahm; schrieb darüber hinaus Vielzahl kürzerer Erzählungen, darunter die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl (1817); posthum herausgegebenen Gedichte (1854) zeigen ihn als Lyriker von Rang, der gleichberechtigt neben Novalis und Joseph von Eichendorff steht




Cornelius Ryckwaert

*)k. A., †)1693; niederländischer Baumeister; 1662 erstmalig urkundlich erwähnt; Schüler von Pieter Post; von ihm stammen alle zur Anlage des Schlosses und des Parks in Oranienbaum maßgeblichen Entwürfe




Dietrich Fürst von Anhalt ­ Dessau

*)1702, †)1762; Onkel und Vormund des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt ­ Dessau; erwarb 1753 das Gelände, auf dem Franz später das Luisium anlegen ließ




Ernst von Anhalt

*)nach 1456, †)1516; Sohn Georg I. von Zerbst (um 1390 - 1474) und Vater von Georg III. zu Plötzkau (1507 - 1553), Joachim zu Dessau (1509 - 1561) und Johann II. zu Zerbst (1504 - 1551) - Großvater Johann Georg I. zu Dessau




Franz Johann Georg von Waldersee

*)1763, †)1825; Diplomat und Präsident der Chalcographischen Gesellschaft; Sohn des Fürsten Franz und dessen Jugendliebe




Frederike Prinzessin von Anhalt ­ Dessau

*)1796, †)1850




Friedrich Erbprinz von Anhalt ­ Dessau

*)1769, †)1844




Friedrich Gottlieb Klopstock

*)2.7.1724 in Quedlinburg, †)14.3.1803 in Hamburg; dt. Dichter; republikanisch gesinnter Aufklärer; berühmt bei seinen Zeitgenossen durch sein Epos "Der Messias"; bleibende Bedeutung erzielte er durch sprachlich meisterhafte Oden; Bekenntnis zu den Ideen der Französisch ­Bürgerlichen Revolution




Friedrich Heinrich Prinz von Oranien

*)1584, †)1647




Friedrich I. Herzog von Anhalt ­ Dessau

*)1831, †)1904; Enkel des unter Napoleon zum Herzog erhobenen Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt ­ Dessau, Sohn Leopold Friedrich IV. von Anhalt - Dessau




Friedrich II. von Preußen Friedrich II. der Große

*)24.1. 1712 in Berlin, †)17.8. 1786 in Potsdam; König (ab 1740)­ Vater, F.)Wilhelm)I., von diesem streng erzogen, nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch in der Festung Küstrin inhaftiert, sein an den Fluchtplänen beteiligter Freund Hans Hermann von Katte (*)1704, †) 1730) wurde vor seinen Augen hingerichtet; begann kurz nach Regierungsantritt ohne Rechtsgrundlage 1. Schles. Krieg (1740-42); verteidigte erobertes Schlesien erfolgreich im 2. Schles. Krieg (1744/45); legte großen Wert auf Vervollkommnung seiner Armee; Überschneidung des preuß.-österr. und des brit.-frz. Ggs. führte zu Bündniskonstellation im Siebenjährigen Krieg (1756-63), den er durch Einmarsch in Kursachsen auslöste; erwies sich als hervorragender Feldherr; im Zuge der 1. Poln. Teilung 1772 erwarb er Ermland und Westpreußen ohne Danzig und Thorn; innenpolit. erstrebte er, bestimmt von Staatsauffassung des aufgeklärten Absolutismus, ein merkantilist. Wirtschafts- und Finanzsystem, die Bildung eines zu unbedingtem Gehorsam verpflichteten Beamtenstandes, ferner umfassende Reformen im Heer-, Rechts-, Erziehungswesen und in der Landwirtschaft (Kolonisation); bed. Förderer von Wiss. und Kunst.




Friedrich Reil

*)1722, †)1849, Theologe und Biograph des Fürsten Franz, Probst in Dessau




Friedrich von Matthisson

*)1761, †)1842; Dichter; enger Freund der Fürstin Luise von Anhalt - Dessau, begleitete diese auf zahlreichen Reisen und zähle zu ihrem Freundeskreis im Luisium




Friedrich Prinz von Anhalt - Dessau

*)1769, †)1814; Sohn des Fürsten Franz von Anhalt - Dessau; ließ ab 1805 im Gebiet der Elbauen weitläufigen Park anlegen - Großkühnau




Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff Friedrich von Erdmannsdorff

*)1736 in Dresden, †)1800; Baumeister, bedeutender Vertreter des Frühklassizismus; kam 1757 als Hofarchitekt zu Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau; unternahm 1763 mit Fürst Franz zusammen Reisen nach England und Schottland, erhielt dort entscheidende Anregungen; vor allem englische Umsetzung der Architektur Andrea Palladios und Kunst der Innendekoration beeinflussten Erdmannsdorffs stilistische Entwicklung; reiste 1765 nach Italien, lernte dort Johann Joachim Winckelmann kennen, dessen Kunsttheorie ihn in der Folgezeit prägte; erbaute 1769 bis 1773 Schloss Wörlitz bei Dessau im Stil eines englischen Herrenhauses; 1787 bis 1789 an der Innenausstattung des Schlosses Sanssouci und des Berliner Schlosses beteiligt; in Dessau entstanden Spätwerke nach seinen Plänen: Schlosstheater (1778), Marstall und Reitbahn (1790/91) sowie die Orangerie (1793/94)




Georg Christoph Hesekiel

*)1732, †)1818; Baudirektor in Wörlitz, u. a. Architekt des Piemonteser oder auch Italienischen Bauernhauses, welches Herzog Carl August von Sachsen­Weimar für die Wörlitzer Anlagen gestiftet haben soll, als er auf einer seiner Reisen nach Anhalt­Dessau mit seinem Freund Johann Wolfgang von Goethe Gast des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt­Dessau war




Geog Friedrich Raumer

*)Wörlitz (bei Dessau) 14.5. 1781, †)Berlin 14.6. 1873, dt. Historiker. Prof. der Staatswiss. (und Geschichte) in Breslau und Berlin; schrieb ›Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit‹ (6 Bde., 1824)




Georg Friedrich von Raumer

*)1755, †)1822; Agronom; Leiter des Musterguts in Wörlitz; studierte in England auf Weisung des Fürsten Franz einige Monate die Wirtschaftsmethoden; leitete alle landwirtschaftlichen Belange im Fürstentum; Vater von Georg Friedrich Raumer




Georg Heinrich von Berenhorst

*)1733, †)1814; leiblicher Sohn Leopod I. und Großonkel des Fürsten Franz, leibliche Mutter gleichzeitig Mutter August von Rodes; Adjudant Friedrichs II., rettete diesem in der Schlacht bei Torgau das Leben, fiel als Zeuge dieser "unheldischen Pose" in Ungnade und wurde 1762 aus der preußischen Armee entlassen; stieg am Dessauer Hof rasch vom Prinzenerzieher und Kammerherrn zu ranghöchsten Beamten des Fürstentums auf; Verfasser der "Betrachtungen über die Kriegskunst"




Geog Wenzeslaus von Knobelsdorff

*)1699 Gut Kuckädel bei Crossen an der Oder (heute Kuladlo, Polen), †)1753; Baumeister, Gartenarchitekt und Maler; 1729 gab er die Offizierslaufbahn auf und studierte Architektur und Malerei; etwa seit 1733 mit Friedrich II. befreundet; nachdem Errichtung des Apollontempel im Schlosspark von Neuruppin, ermöglichte Friedrich ihm eine Italienreise; 1737 bis 1739 Ausbau des Schlosses Rheinsberg; nach Krönung Friedrichs II. zum König von Preußen 1740 Ernennung zum Oberintendanten der königlichen Schlösser und Gärten; entwickelte während dieser Zeit das friderizianische Rokoko, das Elemente des englischen Klassizismus mit solchen des italienischen bzw. französischen Barock und Rokoko verband; baute 1741 bis 1743 Opernhaus in Berlin, errichtete 1742 bis 1746 Neuen Flügel für Schloss Charlottenburg; begann 1744 mit Umbau des Stadtschlosses in Potsdam (zerstört); entwarf 1745 in enger Zusammenarbeit mit dem König das Potsdamer Schloss Sanssouci; wurde 1746 nach Zerwürfnis mit König Friedrich II. entlassen; schuf als Maler vorwiegend Königsporträts; Beteiligung an Gestaltung und Entwürfen zu Schloß und Park in Mosigkau




Gerhard Ulrich Anton Vieth

*)1716, †)1785; Pädagoge, Dessauer Turnvater; neben Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen einer der drei Turnväter Deutschlands; lehrte an der 1785 von Carl Gottfried Neuendorf gegründeten Hauptschule und wurde nach Neuendorfs Tod deren Direktor




Gisela Agnes von Anhalt - Dessau

*)?, †)? ; Mutter des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt ­ Dessau




Gotthold Ephraim Lessing Gotthold Ephraim Lessing

*)22.1. 1729 in Kamenz, †)15.2. 1781 in Braunschweig; dt. Schriftsteller und Kritiker; Studium der Theologie und Medizin in Leipzig (1746­48); 1748­55 Journalist (Vossische Zeitung) und freier Schriftsteller in Berlin; veröffentlichte1759 drei Bücher ›Fabeln‹; 1767 entstand ›Minna von Barnhelm‹; 1766 erschien ›Laokoon: oder über die Grenzen der Malerei und Poesie‹; 1776 Eheschließung mit Eva König (*)1736, †) 1778); 1771 erschienen Trauerspiel ›Emilia Galotti‹; Kritik der christl. Offenbarungsreligion vom Standpunkt einer auf Vernunft begründeten ›natürl.‹ Religion; verfaßte 1779 dramat. Gedicht ›Nathan der Weise‹, das zur Toleranz zw. den Weltreligionen aufruft; verstand Aufklärung als unendl. Erziehungs-, Erkenntnis­ und Vervollkommnungsprozeß des Menschen zum Abbau aller Schranken zw. den Menschen durch Vernunft und Toleranz




Gustav II. Adolf von Schweden Gustav Adolf II. von Schweden

*)19.12. 1594 in Stockholm, †) 16.11. 1632 in bei Lützen; König (bei 1611); ermöglichte unter maßgeblicher Mitwirkung seines Kanzlers, A.G. Graf Oxenstierna, mit einer Reihe innerer Reformen die schwedischen Großmachtpolitik des 17.Jh.; siegreiche Kriege gegen Dänemark (1611-13), Rußland (1614-17) und Polen (1621-29; Eroberung Livlands; befürchtete die Ausbreitung der kaiserlichen Macht an der Ostsee und eine katholische Restauration, griff daher 1630 in den Dreißigjährigen Krieg ein; schloß mit Frankreich Vertrag von Bärwalde (23.1. 1631) gegen Habsburg; Siege bei Breitenfeld (1631) und bei Rain am Lech (1632); fiel in der Schlacht bei Lützen gegen Wallenstein




Hans Baldung

*)um 1484 in Schwäbisch Gmünd (andere Quellen nennen Weyersheym im Elsass als seinen Geburtsort), †)1545; genannt Grien („der Grüne“; Maler, Kupferstecher und Zeichner; gehört zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der Renaissance; begann künstlerische Laufbahn als Schüler in der Werkstatt Albrecht Dürers in Nürnberg; verbrachte wichtige Schaffensjahre in Straßburg, erhielt dort 1509 das Bürgerrecht; und Freiburg im Breisgau; schuf für Freiburger Münster den Hochaltar mit Tafelbild einer Krönung Mariä (1512-1516), gehört zu seinen bedeutendsten Werken gehört; Baldungs Stil, der besonders von seinem Lehrer Dürer beeinflusst war, spiegelt bereits stark das Weltbild der Renaissance; zeigt gleichzeitig große Phantasie und Eigenwilligkeit in Farbwahl und Charakterisierung seiner Figuren; in vielen seiner Werke ist Vorliebe für die Farbe Grün deutlich zu erkennen, brachte ihm wohl Beinamen ein; zahlreiche Zeichnungen, Buchholzschnitte und Kupferstiche gehören zu den bedeutendsten Werken der deutschen Graphik




Hans Hallerforden

*)1872, †)1968; war von 1925 bis 1938 erster Gartendirektor in den Wörlitzer Anlagen; verhinderte die Zerstörung der Wörlitzer Synagoge durch die Nazis und wurde daraufhin entlassen




Henriette Amalie Erprinzessin von Anhalt ­ Dessau

*)1720, †) 1793, jüngste Tochter des "Alten Dessauers"; hochgebildete Frau von achtenswertem Kunstsinn; gebar mit 20 Jahren ein uneheliches Kind aus einem Liebesverhältnis mit dem Sohn des fürstlichen Hofjägers; blieb lebenslang unverheiratet;
lebte lange Jahre in Frankfurt am Main, wo sie vor allem Gemälde sammelte und als sie 1792 nach Dessau zurückkehrte, besaß sie eine umfangreiche Bibliothek und Sammlungen von Mineralien, Konchylien und Münzen; in ihrem Testament verfügte die Prinzessin die Gründung einer Stiftung; die Amalienstiftung, vorrangig als Armen­, Kranken­ und Altenversorgung gedacht, bewährte sich noch weit in das 20. Jahrhundert; die Gemälde der Amalienstiftung sind wesentlicher Bestandteil der heutigen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie




Henriette Wilhelmine Luise von Anhalt ­ Dessau

*)1750, †)1811; geboren als Prinzessin von Brandenburg­Schwedt; Tochter des Landgrafen von Brandenburg­Schwedt; heiratete 1767 auf Betreiben Friedrichs des Großen im Schloß Charlottenburg Fürst Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt­Dessau; lebte in den letzten Ehejahren zurückgezogen auf Schloß Luisium und unterhielt dort einen Freundeskreis, dem u.a. Friedrich von Matthisson, Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt angehörten




Henriette Katharina von Nassau ­ Oranien

*)1637, †)1708; heiratete 1659 Georg II. von Anhalt ­ Dessau; erhielt den Ort Nieschwitz als Geschenk ihres Gatten und ließ Schloß Oranienbaum durch Cornelius Ryckwaert anlegen




Jacob Giujer

*)1716, †)1785; schweizer Landwirt; führte Mustergut, welches ihm europaweit bekannt und berühmt machte; wurde von Franz, Erdmannsdorf und Goethe besucht




Jan Brueghel der Ältere

*)1568 in Brüssel, †)13.01. 1625 in Antwerpen; gen. der ›Samt-‹ oder ›Blumen-B.‹, Sohn von Pieter B. d.Ä.; 1597 Meister in Antwerpen. V.a. Blumenstilleben; auch Landschaften; seine beiden Söhne Jan B. d.J. (*)1601, †) 1678) und Ambrosius B. (*)1617, †) 1675) malten in seiner Art




Jean ­ Jaques Rousseau

*)28.6. 1712 in Genf, †)2.7. 1778 in Ermenonville bei Paris; frz. Moralphilosoph, Schriftsteller, Komponist und Musiktheoretiker schweizer. Herkunft; lebte ab 1741 mit Unterbrechung in Paris; unterhielt enge freundschaftl. Beziehungen zu den Enzyklopädisten, v.a. d'Alembert, Diderot, Condillac (später jedoch getrübt), für deren ›Encyclopédie‹ er musiktheoret. Beiträge schrieb.­; preisgekrönte Schrift ›Abhandlung über die Wissenschaften und Künste‹ (1750) verneint die Frage, ob der Fortschritt der Kultur die Menschheit verbessert habe, und konstruiert einen glücklich naturhaften Urzustand der Menschheit, führt als Beispiel die Gesellschaft der Tahitianer an, für die symbolisch die Südseesammlung im Eisenhart in den Wörlitzer Anlagen steht; ›Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen‹ (1754) begründet revolutionäre Forderung nach Wiederherstellung der ›natürlichen Rechtsgleichheit‹ aller Menschen, sein Werk ›Gesellschaftsvertrag‹ (Contrat social, 1762) die Vertragslehre, sein Erziehungsroman ›Emil, oder über die Erziehung‹ (1762) eine freie, individuelle, naturgemäße Erziehung; Briefroman ›Die neue Heloise, oder Briefe zweier Liebenden‹ (1761) sowie seine ›Bekenntnisse‹ (1764-70, hg. 1782-89) haben in der Literaturgeschichte einen bed. Stellenwert

Jean Jaques Rousseau



Joachim Ernst Fürst von Anhalt ­ Dessau

*)1536, †)1586; Sohn von Johann II. zu Zerbst (1504 - 1586); vereinte 1570 alle Landesteile Anhalts und wurde 1603 wieder unter seinen Kindern aufgeteilt: Christian I. zu Bernburg (1568 - 1630), Dorothee Marie (1574 - 1617), August zu Plötzkau (1575 - 1653), Rudolf zu Zerbst (1576 - 1621), Ludwig zu Köthen (1579 - 1630) und Johann Georg I. zu Dessau Urgroßvater von Leopold I. von Anhalt - Dessau




Joachim Heinrich Campe

*)1746, †)1818; Pädagoge; Direktor des Philathropin (Nachfolger von Christian Hinrich Wolke)




Johann August Rode

*)1695, †)1773; Hof- und Amtsrat; stammte aus Sandersleben; Vater von August von Rode




Johann Bernhard Basedow Johann Bernhard Basedow

*)11.09.1724 Hamburg, †)25.07. 1790 in Magdebug; eigtl. Johann Berend Bassedau, dt. Pädagoge, Hauptvertreter des Philanthropismus, errichtete 1774 in Dessau eine Erziehungsanstalt, ›Philanthropin‹. Seine praxisbezogene Erziehung hatte die ›Glückseligkeit‹ des einzelnen und dessen ›Gemeinnützigkeit‹ zum Ziel und unterhielt große Unterstützung vom Halberstädter Kreis um Johann Wilhelm Ludwig Gleim, den Berliner Aufklärern Gotthilf Ephraim Lessing, Johann Kaspar Lavater und viele andere mehr




Johann Christian Neumark

*)1741, †)1811; Gärtner; reiste 1775 mit Fürst Franz und dessen Gattin Luise, Erdmannsdorff und Raumer über Paris, wo sie Rousseau besuchten, nach England; zwischen 1793 und 1797 beauftragte Franz Neumark damit, im nordöstlichen Teil des Barockgartens in Oranienbaum das alte Kanalsystem zu erweitern, künstliche Inseln und Hügel zu schaffen, Schlängelwege und Bepflanzungen nach chinesischem Vorbild anzulegen; nach ihm wurde der maßgeblich unter seiner Leitung entstandene Neumarks Garten in den Wörlitzer Anlagen benannt




Johann Friedrich Eyserbeck

*)1734, †)1818; Gärtner; gilt als einer der tüchtigsten Gartenfachleute unter Fürst Franz, wirkte in Wörlitz, Oranienbaum und Luisium; seine Sohn, Rudoph Eyserbeck arbeiteten in Berlin, Gotha und Potsdam; Schwiegervater von Johann Georg Schoch




Johann Georg von Anhalt ­ Dessau

*)1748, †)1811; auch Hans Jürge genannt, Bruder des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt ­ Dessau; maßgeblich an der Anlage und Bau des Schloß und Parks Georgium verantwortlich




Johann Georg Adam Forster

*)27.11. 1754 inNassenhuben bei Danzig, †)10.1. 1794 in Paris; dt. Reiseschriftsteller und Naturforscher; begleitete seinen Vater Johann Reinhold F. und J.Cook auf Forschungsreisen; Begründer der dt. literar. Reisebeschreibung; schrieb u.a. ›Reise um die Welt‹ (1777); überließ Fürst Franz seine Südseesammlung, die im Ortahitischem Pavillon am Eisenhart ausgestellt ist und als Sinnbild für die von Rousseau als Idealgesellschaft der Tahitianer steht




Johann Georg I. von Anhalt ­ Dessau

*)1567, †)1618; Regierungszeit 1603 bis 1618; Sohn Joachim Ernsts; Vater von Johann Kasimir (1596 - 1660); Großvater Johann Georg II. von Anhalt - Dessau, Urgroßvater Leopold I. von Anhalt - Dessau




Johann Georg II. von Anhalt ­ Dessau

*)1627, †)1693; Urgroßvater des Fürsten Leopold Friedrich Franz III. von Anhalt­Dessau; überließ seiner Gattin Henriette Catharina von Nassau­Oranien das kleine Dorf Nieschwitz, wo sie den Grundstein für das heutige Oranienbaum legte; Vater Leopold I. von Anhalt - Dessau




Johann Georg Schoch d. J.

*)1753, †)1826; Gärtner; Schwiegersohn von J. F. Eyserbeck




Johann Gottfried Herder

*)1744, †)1803; Dichter und Schriftsteller; Zitat aus seinen "Zerstreuten Blättern" befindet sich auf dem Sockel auf der Insel der Totenerinnerung, die daher auch Herderinsel genannt wird




Johann Gotthilf Salzmann

*)1744, †)1811; Pädagoge; begründete 1784 die berühmte Schule in Schnepfenthal als eine von über 60 Tochtereinrichtungen des Philanthropin




Johann Joachim Winckelmann

*)Stendal 9.12. 1717, †)Triest 8.6. 1768 (ermordet), dt. Archäologe und Kunstgelehrter. Ab 1755 in Rom, 1763 Aufsicht über die Altertümer in und um Rom. Gilt mit seinem Hauptwerk ›Geschichte der Kunst des Altertums‹ (1764) als Begründer der Archäologie. Durch seine ästhet. Kunstbetrachtung wurde die Blickrichtung von der röm. auf die griech. Antike gelenkt, deren Wesen er als ›edle Einfalt und stille Größe‹ charakterisierte.
Weitere Werke: "Gedanken über die Nachahmung der griech. Werke in der Malerei und Bildhauerkunst" (1755), "Anmerkungen über die Baukunst der Alten" (1762).




Johann Kasimir von Anhalt

*)1596, †)1693; Sohn Johann Georg I. und Vater Johann Georg II. von Anhalt - Dessau; Urgroßvater von Fürst Franz




Johann Kaspar Lavater

*)Zürich 15.11. 1741, †)ebd. 2.1. 1801, schweizer. ev. Theologe, Philosoph und Schriftsteller. Bekanntschaft mit Herder, Goethe und Hamann; Begründer der Physiognomik, Hauptwerk: ›Physiognom. Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe‹ (1775­78); auch religiöse Gedichte, Epen, bibl. Dramen.




Johann Leopold Ludwig Schoch d. Ä.

*)1728, †)1795; Gärtner; Schochs Garten in den Wörlitzer Anlagen wurde nach ihm benannt; Vater von Johann George Schoch d. J. und Luise Schoch, der späteren Nebenfrau des Fürsten Franz




Johann Tobias Schuchard

*) ?, †)1711; Architekt und Bildhauer; ergänzte das Schloß in Oranienbaum nach dem Tod Cornelius Ryckwaerts um das zweite Geschoß, die Kavaliershäuser und den Wirtschaftsflügel




Johann Wilhelm Ludwig Gleim

*)2. April 1719 in Ermsleben, †)18. Februar 1803 in Halberstadt; Dichter; studierte zwischen 1738 und 1741 Jura und Philosophie in Halle/Saale; gründete dort u. a. mit Johann Peter Uz und Johann Nikolaus Götz den Halleschen Freundeskreis; 1743 Privatlehrer, ein Jahr später dann Sekretär des Prinzen Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, in dessen Gefolge er am 2. Schlesischen Krieg teilnahm, ging in dieser Eigenschaft 1745 an den Hof von Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau; wurde 1747 Domsekretär in Halberstadt und schließlich – noch im gleichen Jahr – Kanonikus des Stiftes Waldeck; wirkte danach ausschließlich als Förderer junger Literaten und als Schriftsteller (Fabeln, Oden, Hymnen, Epigramme, Balladen, Romanzen); befreundet u. a. mit Johann Georg Jacobi, Friedrich Gottlieb Klopstock und Wilhelm Heinse; sein als „Hüttchen“ bezeichnetes Wohnhaus wurde später in ein Museum und Archiv (Gleimhaus) umgewandelt; vehementer Fürsprecher des Dessauer Philanthropin




Johann Wolfgang von Goethe Johann Wolfgang von Goethe

*)28. 8. 1749 in Frankfurt am Main, †)22. 3. 1832 in Weimar, dt. Dichter. G. war der Sohn des Kaiserl. Rates Johann Kaspar G. (* 1710, †1782) und der Katharina Elisabeth, geb. Textor (* 1731 , †1808); enger Freund und Vertrauter des Herzogs Carl August von Sachsen­Weimar­Eisenach, war als Geheimer Rat an dessen Hof tätig; besuchte auf zahlreichen Reisen das Dessau­Wörlitzer Gartenreich und zählte sowohl zum Freundeskreis des Fürsten als auch der Fürstin von Anhalt­Dessau




Kurt Lein

*)1911, †); war von 1947 bis 1981 Gartendirektor in den Wörlitzer Anlagen




Laurence Sterne

*)24.11.1713 in Clonmel (Irland), †)1803.1768 in London;




Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt ­ Dessau

*)10.08.1740 in Dessau, †)09.08.1817 Luisium bei Dessau, Sohn von Leopold Maximilian und Gisela Agnes von Anhalt-Dessau, 1756 Bekanntschaft mit Erdmannsdorff, reiste später häufig gemeinsam mit diesem durch Europa, 1757 Abschied von der preußischen Armee, 1758 Regierungsantritt in Dessau, 1763-1767 Reisen nach England, Holland, Italien, Frankreich, Treffen mit Winckelmann, 1767 Heirat mit Luise Henriette Wilhelmine von Brandenburg-Schwedt, 1772 Reise in die Schweiz, 1775 Reisen nach England und Frankreich, Treffen mit Rousseau, später weitere Reisen in die Schweiz und nach England, 1808 Annahme des Herzogtitels "Fürst Franz" setzte die Ideen der Aufklärung auf vielfältige Weise während seiner Regierungszeit im Fürstentum Anhalt-Dessau um.

Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt - Dessau

Zwischen 1758 und 1817 war Dessau das Zentrum zahlreicher Reformbestrebungen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet und beeinflußte auch die Kultur in Europa. Fürst Franz strebte eine harmonische Verbindung von Mensch, Natur und Landschaft an. Auf seinen Reisen durch Europa sammelte er Erfahrungen und Eindrücke, die er dann unter Mithilfe zahlreicher gestalterischer Berater in seinem Fürstentum umsetzte. So entstand die einzigartige Verbindung von gestalteter Landschaft mit Parkanlagen, Schlössern, Ortschaften und Kleinarchitekturen sowie naturbelassener Landschaft zwischen Elbe und Mulde ­ das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Es gilt als beispielhafte Umsetzung der Formensprache englischer Landschaftsgestaltung in Verbindung mit frühklassizistischer und neogotischer Literatur.




Leopold IV. Friedrich von Anhalt ­ Dessau

*)1794, †)1871; Sohn des Fürsten Franz; Vater von Friedrich I. (1831 - 1904)




Leopold I. von Anhalt - Dessau Leopold I. von Anhalt ­ Dessau

*)03.07.1676 in Dessau, †)09.04.1747 in Dessau; Leopold I. Anhalt­Dessau, genannt der "Alte Dessauer", Fürst (seit 1693), Feldmarschall im preußischen Dienst. Führte in seinem Regiment den Gleichschritt ein; erfolgreich im spanischen Erbfolgekrieg und im 2. Nord. Krieg; Großvater des Fürsten Franz; unternahm zahlreiche Dichbaumaßnahmen gegen das Hochwasser und gewann somit Flächen für die später folgenden Landschaftsgestaltungen




Leopold Ludwig Schoch

*)1714, †)1794; Gärtner; war zwischen 1753 und 1754 in Großkühnau tätig




Leopold II. Maximilian von Anhalt ­ Dessau

*)1700, †)1751; Vater des Fürsten Franz und Sohn Leopold I.




Lucas Cranach d. J.

*)4. Oktober 1515 in Wittenberg, †)25. Januar 1586 in Weimar; zweiter Sohn von Lucas Cranach dem Älteren; wurde um 1528 in die Werkstatt des Vaters als Malerlehrling aufgenommen; heiratete 1541 Barbara Brück, die Tochter des kurfürstlichen Kanzlers und ehelichte nach ihrem Tode 1550 die Nichte Melanchthons, Magdalena Schurf; wurde 1535 Vollmitglied des Betriebes, dessen Leitung er nach dem Rückzug des Vaters 1550 übernahm; drei großen Herkulestafeln für das Dresdner Schloss von 1551; großformatiger Weimarer Altar von 1555, Hauptwerk des jüngeren Cranach; Gemälde der Taufe Christi aus dem Jahre 1556 bildet den Abschluss seiner Monumentalmalerei; Porträtbildwerke neben großen Gemälden Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit; 1549 Ratsmitglied zu Wittenberg, Bürgermeisteramt 1565




Luise Schoch

*)1767, †)1813; Nebenfrau des Fürsten Franz, als Frau von Bäringer geadelt




Margarete von Münsterberg

*)1473, †)1530; Tochter des Herzogs Heinrich von Münsterberg in Schlesien, Ehe mit Fürst Ernst, Margarete von Münsterberg war zu ihrer Zeit eine außergewöhnliche Frau, sie brachte die als Leibgedinge für sie vorgesehenen Ämter Wörlitz und Lippene , welche bereits verpfändet waren, nach jahrelangem Streit mit dem Kurfürsten von Sachsen wieder zu Anhalt-Dessau, Fürst Leopold I. nannte aus Dankbarkeit zu ihr das neugegründete Vorwerk der Domäne Wörlitz Münsterberg




Napoleon I. Bonaparte Napoleon I. Bonaparte

*)15.08.1769 in Ajaccio (auf Korsika), †)05.05. 1821 in Longwood (Sankt Helena), Napoléon Bonaparte, eigtl. Napoleone Buonaparte, Kaiser der Franzosen (1804-14/15); Sohn eines kors. Advokaten; Besuch von Militärschulen; Leutnant der Artillerie (Okt. 1785); 1794 Brigadegeneral; Befehlshaber der Armee im Innern; am 2.3. 1796 zum Oberbefehlshaber der Italienarmee ernannt; heiratete 1796 Joséphine de Beauharnais (¤ 1809); im Dez. 1797 übertrug ihm Direktorium Oberbefehl über Englandarmee; nach Staatsstreich vom 18.Brumaire des Jahres VIII (9.11. 1799) diktierte er die Konsulatsverfassung vom 22.Frimaire VIII (13.12. 1799); machte sich 1802 zum Konsul auf Lebenszeit, krönte sich am 2.12. 1804 zum erbl. Kaiser der Franzosen und am 26.5. 1805 in Mailand mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von (Ober-)Italien;

Preußen wurde im 4.Koalitionskrieg 1806/07 in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt völlig niedergeworfen; mit Errichtung des Rheinbundes 1806, durch das Bündnis mit AlexanderI. von Rußland (1807) und die Dekretierung der Kontinentalsperre (1806) erreichte er den Höhepunkt seiner Macht; 1810 heiratete er die österr. Kaisertochter Marie Louise; verlustreicher Rußlandfeldzug 1812; in Befreiungskriegen 1813-15 wurde Herrschaft über Europa beseitigt; Abdankung (6.4. 1814) und Zuweisung als Souverän mit Kaisertitel als Wohnsitz Insel Elba; Flucht von Elba und Intermezzo der hundert Tage (1815) endete mit Niederlage bei Belle-Alliance (oder Waterloo); Großbritanien internierte ihn auf Sankt Helena, wo er an Magenkrebs starb; Leichnam wurde 1840 in den Pariser Invalidendom überführt




Peter Paul Rubens

*)28.6. 1577 in Siegen, †)30.5. 1640 in Antwerpen; fläm. Maler; ab 1600 Hofmaler in Mantua, auch tätig in Rom, Venedig, Florenz, Genua; ab 1608 wieder in Antwerpen, auf Reisen, auch als Diplomat, in Frankreich, England, Spanien; ab 1610 verheiratet mit Isabella Brant (*)1591 , †) 1626 nach deren Tod ab 1630 mit Helene Fourment verheiratet; u.a. ›Doppelbildnis in der Geißblattlaube‹, um 1609/10; München, Alte Pinakothek, ›Kreuzaufrichtung‹ (1609/ 1610) und ›Kreuzabnahme‹ (1611/12; beide Antwerpen, Kathedrale), ›Raub der Töchter des Leukippos‹ (um 1616/17) und ›Amazonenschlacht‹ (vor 1619) sowie weiterhin religiöse Darstellungen, das große und das kleine ›Jüngste Gericht‹ (um 1615/16 bzw. 1618-20), ›Der Höllensturz der Verdammten‹ (um 1620; alle München, Alte Pinakothek), ›Ildefonso-Altar‹ (1630-32; Wien, Kunsthistor. Museum), ›Landschaft mit Regenbogen‹ (um 1635; München, Alte Pinakothek), ›Helene Fourment mit ihrem Sohn Frans‹ (um 1635, München, Alte Pinakothek), ›Das Pelzchen‹ (um 1638, Wien, Kunsthistor. Museum)

Bild von Peter Paul Rubens



Pieter Post

*)?, †)?; niederländischer Architekt; entwarf Kirche und Schloß in Zerbst; Lehrer von Cornelius Ryckwaert




Réne Descartes

*)1595 in La Haye, in der Touraine, †)1650; französischer Philosoph, Wissenschaftler und Mathematiker; gilt als Begründer der neuzeitlichen Philosophie; Sohn eines niederen Adligen; studierte Recht an der Universität von Poitiers; trat im Jahr 1618 in den Dienst des Prinzen Maurice von Nassau, Statthalter der Vereinigten Provinzen der Niederlande, um militärische Laufbahn einzuschlagen; nahm auch am Dreißigjährigen Krieg teil; 1625 bis 1629 Aufenthalt in Frankreich, Studium der Philosophie und Experimente im Bereich der Optik; zog 1629 in die republikanischen Niederlande; Schriften Descartes’ wurden 1663, 13 Jahre nach seinem Tod, auf den Index gesetzt; aufgrund des Konflikts mit der Kirche folgte Descartes 1649 der Einladung der Königin Christine von Schweden nach Stockholm, um ihr Philosophieunterricht zu erteilen; strenge nordische Winter jedoch ließ ihn an Lungenentzündung erkranken, die schließlich seinen Tod herbeiführte




Rudolf Eyserbeck

*)1765, †)1849; Gärtner; Sohn J. F. Eyserbecks; zeichnete einen für die Wiederherstellung der Georgengartens wichtigen Plan; arbeitete an Anlagen u.a. in Berlin, Gotha und Potsdam




Sir William Chambers

*)1723, †)1796; englischer Architekt; lernte Fürst Franz und dessen Begleiter auf deren Englandreise kennen; für europäische Asienrezeption von Bedeutung; arbeitete als Gartenarchitekt und schuf die königlichen Gärten in Kew Gardens in der Nähe Londons; einer der bedeutendsten Hauptvertreter des englischen Klassizismus; 1757 Chinese Buildings, Furniture, Machines and Utensils; 1772 Dissertation Oriental Gardening




Sophie Leonore Söldner

*)1710, †)1779; ehemalige Geliebte des "Alten Dessauers" (Leopold I. von Anhalt­Dessau) und gleichzeitig Mutter von Georg Heinrich von Berenhost und August von Rode; Gattin des Amts- und Hofrats Johann August Rode




Sophie Mereau

*)1773, †)1806; Gattin Clemens Brentanos




Waldemar VI.

*)1450, †)1508; Fürst von Anhalt; Vater von Wolfgang (1492 - 1566) und Margarete (1494 - 1521) verheiratet mit Johann dem Beständigen (1468 - 1532); Wolfgang erwarb 1508 einen Teil der Zerbster Lande der Albrechtschen Linie (Albrecht I. der Bär); führte 1522 die Reformation ein und wurde 1547 nach der Schlacht bei Mühlberg von Kaiser geächtet




Gebäude von Gropius Walter Gropius

*)18. Mai 1883, †)5. Juli 1969 in Boston (Massachusetts); Architekt und Designer, ein Vertreter des Funktionalismus; Gründer des Bauhauses; übte starken Einfluss auf nachfolgende Architektengenerationen sowie auf Entwicklung des gestaltenden Handwerks und bildenden Künste aus; studierte Architektur in München und Berlin; arbeitete 1908 bis 1910 bei Peter Behrens in Berlin; trat 1911 dem Deutschen Werkbund bei; entwarf Faguswerk in Alfeld (1911-1914) und Fabrikanlage für Werkbund-Ausstellung in Köln (1914); übernahm 1918 als Direktor Leitung der Weimarer Kunstgewerbeschule; gründete 1919 das Staatliche Bauhaus; Schule zog 1925 nach Dessau um; entwarf schlichte Gebäude; nach kurzen expressionistischen Experimenten kehrte er durch seinen Kontakt mit der Künstlervereinigung De Stijl aus Holland zu seiner funktionalistischen Anschauung zurück; trat 1928 als Direktor des Bauhauses zurück; als Gegner der Nationalsozialisten musste er 1934 Deutschland verlassen; nach einigen Jahren in England ging Gropius in die USA; Dozent der Harvard University (1938-1952); schuf 1946 das Architektenkollektiv The Architects Collaborative TAC, das u. a. das Harvard Graduate Center (1948-1950) entwarf; gestaltete in späten Jahren die amerikanische Botschaft in Athen (1956-1961), das PAN AM Building in New York (1958-1963, gemeinsam mit Pietro Belluschi) und die Rosenthal-Porzellanfabrik in Selb (1965-1967). Gropius starb am





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